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511. Timm schrieb am 09.09.1999 - 21:55 Uhr
Hi Lola & Co,

die latino Sendung gefällt mir total gut. Es wäre jedoch nett, wenn Ihr mehr latino SKA Bands wie z.B. Desorden Publico, Malarians, Cebollas Ardientes, Los Pericos, Los Calzones Rotos oder auch Bands wie Los Fabulosos Cadillacs spielen würdet.



Chao, Timm
Homepage: http://www.2-tone.de   Email: chevere[AT]gmx.li

512. APRIL DAZE schrieb am 02.09.1999 - 23:27 Uhr
Hey LORA,

wir sind APRIL DAZE aus Remscheid und machen Alternative-Pop. Unsere Homepage lautet www.aprildaze.de. Wir bringen Ende Oktober unsere erste Single "suck my energy" auf den Markt die wir mit O.L.A.F Opal produziert haben....vielleicht sehen wir uns in naher Zukunft mal.



Viel Spaß beim Radio machen



DIE DAZIES
Homepage: http://www.aprildaze.de   Email: keine Angabe

513. Marion schrieb am 26.08.1999 - 16:20 Uhr
Hallo Markus!

Nach dem Besuch gestern -war ich ganz begeistert von Euerm Sender -

Leider bin ich den Samstag nicht da - nächsten hör ich sicher zu!!!

Und jetzt wünsch ich mir was -und zwar: Irgendwas von den Inchtabokables (?),oder sucht Euch einfach was schönes für mich aus! ---

Tausend Dank - Servus

Marion
Homepage: keine Angabe   Email: armp.praktikant[AT]bertelsmann.de

514. Joshua schrieb am 12.08.1999 - 13:24 Uhr
Hallo!

Wir sind eine kleine Gruppe aus Muenchen, die sich besonders fuer tanzbare ethnische Musik interessiert, die sich in den Stilen wie Afro, Reggae, Tribal, World Beat, Brasil, Bhangra und aehnlichem wiederspiegelt. Wir wuerden uns ueber mehr Besucher auf unserer Webseite freuden, die sich vielleicht irgendwann auch fuer diese Mischung der Musik interessieren.

Schoene Gruesse,

Joshua.
Homepage: http://www.afrosound.de   Email: joshua[AT]afrosound.de

515. Punxatan schrieb am 06.08.1999 - 12:07 Uhr
Hallöchen! Ich bn ein netter junger Mann aus Dresden und möchte euch für

meine Homepages begeistern:

http://metropolis.de/REVOLUTION22.html

http://metropolis.de/560389.html

http://metropolis.de/554321.html
Homepage: http://metropolis.de/REVOLUTION22.html   Email: keine Angabe

516. Bürger gegen Atomreaktor Garching e. V. schrieb am 28.07.1999 - 17:54 Uhr
In Garching, 10 km nördlich von München, wird ein neuer Atomreaktor gebaut, der erste in Deutschland nach der Katastrophe von Tschernobyl:

der Atomforschungsreaktor FRM 2.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite http:/www.frm2.de
Homepage: http:www.frm2.de   Email: gillig[AT]t-online.de

517. Christoph Overkott schrieb am 01.07.1999 - 14:58 Uhr
Terminhinweis



Barbara Wussow kommt



Wann? Dienstag, 06.07.99, zwischen 10 und 14 Uhr



Wohin? Rosenstraße, München



Warum? Infostand der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V.

und der Stiftung "Ja zum Leben"



Weshalb? Barbara Wussow ist Schirmherrin der Internetaktion

http://www.Tim-lebt.de



Anlaß? Tim hat Geburtstag. Tim ist der kleine Junge aus Oldenburg,

der vor zwei Jahren seine eigene Abtreibung überlebte.



http://www.alfa-ev.de
Homepage: http://www.alfa-ev.de   Email: info[AT]alfa-ev.de

518. Hagen Kliemann schrieb am 30.06.1999 - 09:00 Uhr
Hallo Rainer,



danke fuer Deine Meinungsaeuszerung vom 29.06.99 zum Thema

"Juden in Deutschland, das Ende der Friedensbewegung und der Kosovokonflikt"



Rainer Maier schrieb:



> eigener Erfahrung kennt. Meyers heftiger Ton zeugt vom Ende einer

> Epoche der Gewissheiten in Deutschland.



Soweit mag ich der Einschaetzung folgen, wenn auch aus anderer

Perspektive.



> einliessen. Nur ein Schlaglicht û aber in den letzten Wochen hat sich

> gezeigt, dass den Friedensbewegten nur jene Juden tolerieren, die

> gegen den Krieg sind. Zumindest sollten sie Opfer der Shoah sein û



Lieber Rainer, bei dem Irrsinn des Kosovobombardements und der fast

einhelligen medialen Bejubelung dieses unglaubwuerdigen Angriffskrieges musz

mensch sich in seiner Ohnmacht auch mit Menschen auseinandersetzen, die

vorher zu anderen Themen gemeinsame Positionen vertreten hatten. Dasz zu den

Kriegsbefuerwortern auch viele Juden gehoeren finde ich zwar bedauerlich und

kann deren Position bis zu einem gewissen Masze auch nachvollziehen, aber ich

erlaube mir trotzdem die Meinung aller Kriegsbefuerworter, ob Juden oder

Nicht-Juden, mit Unverstaendnis aufzunehmen. Ich wueszte nicht, warum ich

irgendeinen Kriegsbefuerworter achten sollte, welches Leid auch immer sie

oder ihre Vorfahren erlitten hatten. Ein Krieg vermindert keinerlei Leid und

loescht auch nicht erlittenes Leid, schafft aber sehr wohl neues.



> angemahnt. Nur: Deutsche Juden aller Coleur zogen diesmal ganz

> andere Lehren als die Pazifisten. Der Vorsitzende des Zentralrats

> der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, brachte es auf den Punkt:

> Deutschland ist Mitglied der NATO und dort eingebunden. Die

> Bundeswehr ist eine neue Armee, die mit der Wehrmacht nichts zu tun



Das mit der NATO-Einbindung ist wohl richtig bemerkt, und insofern die

Einbindung Deutschlands in den Krieg folgerichtig. Da sehe ich aber noch

nirgendwo ein ueberzeugendes Argument fuer die Berechtigung dieses Angriffs-

Krieges der NATO als solches ohne Mandat der UNO.

Den Vergleich mit 1938 halte ich fuer sehr spekulativ.

Militaerische Auseinandersetzung kann und darf niemals ein Mittel der

Auseinandersetzung sein, dasz das frueher einmal Konsens zwischen der

sogenannten Friedensbewegung und vielen Juden war, bemerkst Du selbst.

Offensichtlich ist diese Ueberzeugung bei der Masse der Gesellschaft (und

wohl auch sehr vieler Juden, die ja zweifelsohne anerkannter Teil der Gesellschaft sind)

verloren gegangen. Andere nichtmilitaerische (aber nicht unbedingt

gewaltfreie) Mittel der Konflikt-Bewaeltigung (Embargo, Oel-Blokade,

Staerkung der inneren Oposition etc. pp) wurden bei weitem nicht ausreichend

genutzt oder nur halbherzig umgesetzt... Der Kriegsverlauf hat bewiesen, dasz

keinerlei Vertreibung verhindert werden konnte...



> ueberall auf der Welt, befuerworteten auch die meisten deutschen

> Juden

> das Vorgehen der NATO.

> Eine Haltung, mit der Pazifisten offensichtlich nicht leben koennen.



Leben muessen sie wohl damit, aber sie duerfen sich wohl damit

auseinandersetzen und ihre andere Meinung kund tun.



> stoerte niemanden. Nicht ohne Ironien: Als Wortfuehrer der

> Antikriegsfraktion etablierte sich ausgerechnet Christian Stroebele.

> Stroebele ist der Gruenenpolitiker, der sich waehrend des Golfkriegs

> vehement gegen deutsche Bodenluftraketen fuer Israel stark gemacht

> hatte. Die Shoah ist dagegen ein nuetzliches Vehikel, ein



Auch wenn das wohl andere Kriegsgegner moeglicherweise tun, ich wuesszte

nicht, dasz Christian Stroebele das Thema Shoah in irgendeiner Weise in der

oeffentlichen Argumentation verwendet haette.

Was ist daran ironisch? Ist das nicht nur eine konsequent pazifistische

Haltung?

Mit dieser Vermengung entlarvst Du Deine einseitige Betrachtungsweise selbst,

wenn Du andererseits eine Stellungnahme zur israelischen Siedlungs- und

Vertreibungs-Politik ablehnst.



> 3. Damit sich die lebenden Juden nicht wehren, werden sie gerade

> aus

> linken Zirkeln gerne auf ihre eigene Schuld verwiesen. Das Kosovo

> wird gerne mit der Westbank verglichen, und mit haemischem Grinsen

> wird die Frage gestellt, wann die NATO endlich Tel Aviv

> bombardiert.



Aus diesem Vergleich ergibt sich keinesfalls eine Forderung nach

militaerischen Eingreifen von Auszen in Israel, sondern darum,

dasz die gewaltsame Vertreibung der Palestinenser tolleriert wird, man sich

aber als Verteidiger der Rechte der Kosovo-Albaner aufschwingt und _vorgibt_

diese Rechte zu verteidigen zu wollen.

Und es gibt eine Menge anderer aehlich schwerer internationaler Konflikte

bezueglich derer niemand ernsthaft ein Eingreifen von auszen fordert.



> Deutsche Linke duerfen das, weil sie per definitionem links und also

> nicht antisemitisch sind und also aus der Geschichte gelernt haben

> und also ehrlich und damit die Guten sind. Zumindest besser als die

> Israelis, die dieser Logik zufolge mindestens genauso schlimm wie

> die Serben sind. Folglich muessten Juden, die fuer den Kosovo-Einsatz

> sind, auch fuer einen Krieg gegen Israel sein. Wenn sie es nicht

> sind, sind sie ungerecht und deshalb nicht zur Teilnahme am Diskurs

> befaehigt.



Ueber die Begriffsbestimmung "links" moechte ich mit Dir lieber nicht

streiten. Und ueber Gut und Boese auch nicht, da halte ich es eher mit

Lessing und seiner Ring-Parabel. Wenn Du allerdings einerseits die

Ausgrenzungs-Bestrebungen einiger selbsternannter Linker in Deiner

Argumentation mit der Position der Linken insgesamt gleichsetzt, und Dir

andererseits indirekt durch Deine Argumentation die Rechtfertigung des

Krieges durch Lehren aus der Geschichte und der Verhinderung einer

Wiederholung zu eigen machst, erwarte ich durchaus auch eine Positionierung

zur Politik bezueglich Israel.



> Und dass die Hauptschuldige am Kosovo-Krieg die juedisch-staemmige

> Madelaine Albright ist, wissen nicht nur ueberzeugte Pazifisten,

> sondern auch Spiegel-Herausgeber Augstein.



Dasz Albright juedisch-staemmig ist, wuszte ich noch gar nicht, nur dasz sie

aus Tschechien stammt.



> sich eben selbst einen Juden machen. Kein Witz: Ein sogenannter

> Buergerfunk in Muenchen richtete ein juedisches Magazin mit dem Namen

> Maimonides ein, und zwar gaenzlich ohne Juden. Statt dessen gab eine

> deutsche, nichtjuedische Moderatorin Kommentare zum Kosovokrieg ab

> und verwahrte sich gegen den Missbrauch von Auschwitz fuer den ihres

> Erachtens voelkerrechtswidrigen NATO-Angriffskrieg. Offensichtlich

> gibt es Deutsche, die sich fuer die besseren Juden halten. Aber im

> Krieg sind bekanntlich alle Mittel erlaubt.



Habe die Sendung zwar nicht gehoert, aber dasz der NATO-Angriffskrieg

voelkerrechtskonform war, wird ja wohl auch von den Kriegsbefuerwortern nicht

behauptet. Die Argumentation mit Hilfe von Auschwitz, ob fuer oder ob gegen

den Krieg halte ich in jeden Fall fuer problematisch, insofern ist zumindest

eine Auseinandersetzung mit Rechtfertigungsargumenten durchaus berechtigt. Ob

die Sendung, innerhalb derer das passiert, dann juedisch genannt werden darf,

kann ich allerdings nicht beurteilen.



> Ex-Studentenfuehrer Cohn-Bendit, den US-Army-Veteranen Stefan Heym

> und den Ueberlebenden der Shoah will man nicht mehr sehen. Sie

> stoeren

> mit ihren Argumenten, mit ihren Vergleichen, ihrer Erinnerung. Aber



Ein Cohn-Bendit hat sich durch seine Aeuszerungen schon lange vor dem Kosovo-

Krieg von "linken" (ich wuerde eher sagen "emanzipatorischen") Postionen

verabschiedet.

Stefan Heym war nie ein "Linker" im eigentlichen Sinne, obwohl er einer

kleinbuergerlichen linken Partei als Aushaengeschild diente. Auch wenn man

seine Meinung als unabhaengiger Intellektueller oft beachtenswert haelt, musz

man sich seine Position zur Kriegsbefuerwortung nicht unbedingt zu eigen

machen.

Wohl sollte man sich mit ihren Erinnerungen und Argumenten auseinandersetzen,

aber auch partielle sachliche Kritik an deren Bewertung musz erlaubt sein.



Hagen Kliemann

Homepage: keine Angabe   Email: H.Kliemann[AT]link-m.de

519. rainer meyer schrieb am 29.06.1999 - 13:28 Uhr
Juden in Deutschland, das Ende der Friedensbewegung und der

Kosovokonflikt:



„Die Bundeswehr hat mit der Wehrmacht nichts zu tun“



Von Rainer Meyer





Pfeifkonzert für den Alt-68er Daniel Cohn-Bendit, ein „Bürgerfunk“,

bei dem sich deutsche Moderatoren als „bessere Juden“ gerieren – der

Kosovo-Krieg hat in der Bundesrepublik völlig neue Konflikte

aufgeworfen. Die seit Adenauers Tagen gewachsene Beziehung zwischen

der linken Friedensbewegung und vielen Juden in Deutschland scheint

unwiederbringlich verloren. Vielerorts scheint unter alten

Weggefährten kein Dialog mehr möglich. So das Fazit unseres Autors

Rainer Meyer in München, der die Szene seit vielen Jahren aus

eigener Erfahrung kennt. Meyers heftiger Ton zeugt vom Ende einer

Epoche der Gewißheiten in Deutschland.



Daniel Cohn-Bendit, die Ikone der 68er, hat schon so manche Demo

mitgemacht. Das, was ihm vor zwei Wochen bei der Abschlußkundgebung

der Grünen zur Europawahl widerfuhr, dürfte ihm aber neu gewesen

sein. Bei seiner Rede wurde er von Gegnern des Kosovo-Krieges

niedergebrüllt – von denselben Leuten, die sich zuvor mit dem

Bundesaußenminister Joschka Fischer zumindest noch auf eine Debatte

einließen. Nur ein Schlaglicht – aber in den letzten Wochen hat sich

gezeigt, daß den Friedensbewegten nur jene Juden tolerieren, die

gegen den Krieg sind. Zumindest sollten sie Opfer der Shoah sein –

die kann man instrumentalisieren, um auf den politischen Gegner

einzuprügeln.

Die aufwallende Aggression gegen den „roten Dany“ ist nur ein

Symptom für die desolate Verfassung der Friedensbewegung nach dem

Bundeswehr-Einsatz auf dem Balkan. Eine Epoche ist zuende gegangen.

Seit der Wiederaufrüstungs-Debatte – nie wieder sollte von deutschem

Boden Krieg ausgehen – hatten sich viele Juden in der Bundesrepublik

stets auf der Seite linker Pazifisten gefunden. Dies war über

Jahrzehnte keine isolierte Postiton: Noch zu Zeiten des

NATO-Doppelbeschlusses Anfang der 80er Jahre waren Demonstrationen

gegen Rüstung und Militär Volkssport. Doch schon aus dem Golfkrieg

ging die Friedensbewegung neben Saddam Hussein als Verlierer vom

Platz. Zu einer Massenbewegung unter dem Motto „Kein Blut für Öl“

hatte es nicht mehr gereicht. In der Folge verkümmerten die

Ostermärsche zu Sektierertreffen, zum Gipfeltreffen der immer

gleichen Aktivisten, die der vergangenen Größe hinterhertrauerten.

Gegen die Balkankonflikte, immerhin die ersten europäischen Kriege

nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde zwar viel gemeckert aber so gut

wie nicht demonstriert. Angesichts der Massaker von Srebrenica und

Sarajevo wurde die Mitschuld der deutschen Außenpolitik reklamiert

und der UNO Untätigkeit vorgeworfen. Die Friedensbewegung gefiel

sich in einer Mischung aus Anklage, Besserwisserei und Utopien von

einem Multi-Kulti-Bosnien und war trotzdem irgendwo erleichtert, als

NATO-Bomber dem Krieg ein vorläufiges Ende setzten. Kein Wunder, daß

diese Friedensbewegung nach dem Bosnienkrieg nur noch eine

Spielwiese für kleine Grüppchen war.

Dabei hätte der Kosovo-Konflikt zu einer Wiedergeburt der Bewegung

werden können. Die Lehren aus der NS-Zeit ziehen, das wurde wieder

angemahnt. Nur: Deutsche Juden aller Coleur zogen diesmal ganz

andere Lehren als die Pazifisten. Der Vorsitzende des Zentralrats

der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, brachte es auf den Punkt:

Deutschland ist Mitglied der NATO und dort eingebunden. Die

Bundeswehr ist eine neue Armee, die mit der Wehrmacht nichts zu tun

hat. Der Schriftsteller Stefan Heym, der für die sozialistische PDS

im Bundestag saß, verwies auf die Parallelen zwischen heute und der

Krise um die Tschechoslowakei 1938: Hätte man damals Deutschland

gestoppt, hätte es den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben. Wie fast

überall auf der Welt, befürworteten auch die meisten deutschen Juden

das Vorgehen der NATO.

Eine Haltung, mit der Pazifisten offensichtlich nicht leben können.

Gerade die Shoah ist für sie die Hauptlegitimation, die historische

Begründung für ihr Engagement. Die Friedensbewegung hat aus dem

Nationalsozialismus gelernt, und sie hat ihres Erachtens die einzig

richtigen Schlußfolgerungen gezogen. Juden, die anderer Meinung

sind, stören da nur. In den Resten der Friedensbewegung, in den

Diskussionszirkeln, Homepages, Zeitschriften und Radios der Szene

haben sich vier Strategien zum Umgang mit renitenten Juden

herausgebildet.

1. Zu Beginn des Krieges noch weit verbreitet: Ungläubiges Staunen,

gepaart mit penetrantem Nachfragen. Als der Shoah-Überlebende Max

Mannheimer von einer Moderatorin zum Kosovo-Konflikt befragt wurde,

zeigte er Verständnis für die NATO. Die Moderatorin war hörbar um

Fassung bemüht, als sie immer wieder – vergebens – versuchte,

Mannheimer Worte gegen den Krieg zu entlocken. Eine Parallele zum

deutschen Überfall auf Serbien 1941 wollte er einfach nicht sehen.

Schließlich brach die Dame unwirsch ab. Kein Einzelfall: Viele

konnten einfach nicht verstehen, daß Juden an eine

Wandlungsfähigkeit der Deutschen glaubten.

2. Vielleicht ist dieser Glaube auch übertrieben, denn die zweite

Strategie zeigt, daß den Friedensbewegten die Opfer der Shoah

allemal lieber sind als Juden mit einer eigenen Meinung. Besonders

bei den Grünen wurde um die deutsche Geschichte gestritten, und

Kriegsgegner wie -befürworter bemühten Auschwitz. Daß dabei die von

Linken so viel beschworene Unvergleichbarkeit konterkariert wurde,

störte niemanden. Nicht ohne Ironien: Als Wortführer der

Antikriegsfraktion etablierte sich ausgerechnet Christian Ströbele.

Ströbele ist der Grünenpolitiker, der sich während des Golfkriegs

vehement gegen deutsche Bodenluftraketen für Israel stark gemacht

hatte. Die Shoah ist dagegen ein nützliches Vehikel, ein wunderbares

Totschlagargument – und die Toten können sich nicht mehr wehren.

3. Damit sich die lebenden Juden nicht wehren, werden sie gerade aus

linken Zirkeln gerne auf ihre eigene Schuld verwiesen. Das Kosovo

wird gerne mit der Westbank verglichen, und mit hämischem Grinsen

wird die Frage gestellt, wann die NATO endlich Tel Aviv bombardiert.

Deutsche Linke dürfen das, weil sie per definitionem links und also

nicht antisemitisch sind und also aus der Geschichte gelernt haben

und also ehrlich und damit die Guten sind. Zumindest besser als die

Israelis, die dieser Logik zufolge mindestens genauso schlimm wie

die Serben sind. Folglich müssten Juden, die für den Kosovo-Einsatz

sind, auch für einen Krieg gegen Israel sein. Wenn sie es nicht

sind, sind sie ungerecht und deshalb nicht zur Teilnahme am Diskurs

befähigt.

Und daß die Hauptschuldige am Kosovo-Krieg die jüdisch-stämmige

Madelaine Albright ist, wissen nicht nur überzeugte Pazifisten,

sondern auch Spiegel-Herausgeber Augstein.

4. Die Apotheose des Irrsinns: Weil es für Pazifisten

augenscheinlich kein besseres Argument als den Juden gibt und sich

nun keiner der Friedensbewegung zur Verfügung stellen will, muß man

sich eben selbst einen Juden machen. Kein Witz: Ein sogenannter

Bürgerfunk in München richtete ein jüdisches Magazin mit dem Namen

Maimonides ein, und zwar gänzlich ohne Juden. Statt dessen gab eine

deutsche, nichtjüdische Moderatorin Kommentare zum Kosovokrieg ab

und verwahrte sich gegen den Mißbrauch von Auschwitz für den ihres

Erachtens völkerrechtswidrigen NATO-Angriffskrieg. Offensichtlich

gibt es Deutsche, die sich für die besseren Juden halten. Aber im

Krieg sind bekanntlich alle Mittel erlaubt.

Im Krieg sind auch jene, die von Frieden reden. Im linken Magazin

Kalaschnikow wird Stefan Heym belehrt, daß München 1938 und

Rambouillet 1999 problemlos vergleichbar sind: In beiden Fällen

liegt angeblich deutsche Kriegstreiberei vor. Ähnlich argumentieren

die PDS und der linke Flügel der Grünen.

Auf dem Kirchentag in Stuttgart zeigten christliche

Friedensinitiativen Bilder der Shoah, um die Grausamkeiten des

Krieges darzustellen. Daß nebenan die evangelische Judenmission

ihren Stand aufgeschlagen hatte, war da nur konsequent.

Es gibt noch andere Angriffe auf Juden: Sie seien undankbar, weil

die Serben die Juden gerettet haben – ein Argument mit einer

ähnlichen inneren Logik wie die vielgehörte Äußerung, daß man gegen

ein Volk wie die Serben keinen Frieden herbeibomben könnte. Und das

von Leuten, die ihre Existenz als Pazifisten allein den alliierten

Waffen verdanken.

Ob die Bomben etwas Grundsätzliches an ihren Einstellungen zu Juden

geändert haben, darf allerdings durchaus bezweifelt wereden. Den

Ex-Studentenführer Cohn-Bendit, den US-Army-Veteranen Stefan Heym

und den Überlebenden der Shoah will man nicht mehr sehen. Sie stören

mit ihren Argumenten, mit ihren Vergleichen, ihrer Erinnerung. Aber

nachdem man weiss, wie der Jude zu sein hat, ernennt man sich selbst

zum Rächer der Toten oder erschafft den Juden nach eigener Facon.

Die lange Beziehung zwischen Juden und der friedensbewegten Linken

wurde einseitig aufgekündigt.

Nun, diese Linke hat ohnehin nicht mehr viel zu bieten:

Beschimpfungen, Diskussionsverweigerung, rassistisch angehauchte

Argumentationen und ein politischer Ansatz gegenüber Mördern, der

nur mit dem Wort Appeasement umschrieben werden kann. Die

Friedensideologie droht zu einem neuen Totalitarismus zu werden, der

nichts akzeptiert, was ihm widerspricht. Geistig ist man längst

wieder bei den Strukturen angekommen, die zu beseitigen man

ausgezogen war. Und wer ein guter Jude ist, bestimmen sie.
Homepage: keine Angabe   Email: radiojew[AT]jewishmail.com

520. mw40888@mucweb.de schrieb am 26.04.1999 - 21:22 Uhr
Wo bleiben die Gegenstandpunkt-Beiträge zum Ausdrucken und Lesen?

Ich kann nicht immer um 18.45 Radio hören!

mw40888
Homepage: keine Angabe   Email: mw40888[AT]mucweb.de

521. Schneyder, Horst-Udo schrieb am 25.04.1999 - 17:54 Uhr
Falken über dem Amselfeld. Der NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Große Datenbank (im Aufbau) unter www.kalaschnikow.partisan.net



Kalaschnikow lesen - konkret werden!!!
Homepage: http://www.kalaschnikow.partisan.net   Email: info[AT]kalaschnikow.partisan.net

522. Dieter Kaufmann schrieb am 25.04.1999 - 11:46 Uhr
Die Seite der Sendungen des Gegenstandpunktes könnte ein bisschen aktueller sein: Ich wollte die Sendung vom 19.4.99 downloaden. Könnt Ihr mir die zumailen? Danke & :-)
Homepage: keine Angabe   Email: dieterKuafmann1[AT]compuserve.com

523. Hagen Kliemann schrieb am 08.04.1999 - 10:22 Uhr
Warum kein Real Audio?

Weil sich das Lora derzeit leider weder finanziell leisten kann noch die personellen/zeitlichen Kapazitäten zur Verfügung stehent, das technisch zuverlässig abzuwickeln!

Homepage: keine Angabe   Email: H.Kliemann[AT]link-m.de

524. Hagen Kliemann schrieb am 08.04.1999 - 10:12 Uhr
Lieber Jens Portner,



das mit der bisher fehlenden Antwort hat einfach technisch-organisatorische organisatorische Gründe.

Doch zu Deinem Anliegen:

Es ist keine leichte Aufgabe, regelmäßig ehrenamtlich eine Sendung zu produzieren, die den Erwartungen und Ansprüchen von Lora und seinen Hörern gerecht wird.



Deine türkischen Freunde sind auch im Namen des von Dir namentlich angesprochenen Eckard Thiel herzlich eingeladen, im Rahmen des Inländer-Programms wieder eine zweisprachige türkische Sendung bei Lora zu gestalten.



Ich glaube, keine der damals Beteiligten hat heute noch Interesse, jene vielschichtigen Konflikte erneut aufzurollen, die zur Einstellung der Arbeit sowohl der türkischen als auch kurdischen Redaktion führten.

Zum endgfültigen Bruch mit diesen ehemaligen Redaktionen kam es aus meiner eingeschränkten Sicht,

weil beide Redaktionen nicht bereit waren, das damals auch außerhalb von Lora diskutierte, veränderte Sendekonzept des Inländerradios im Zusammenhang mit der Einrichtung der Multi-Kulti-Sendung mitzutragen. Und bisher waren Versuche, diese beiden Redaktionen neu aufzubauen, nicht von Erfolg gekrönt.

Die für das türkische und das kurdische Programm weiterhin reservierte Sendezeit nutzen derzeit die verbliebenen beiden Inländerredaktionen.

Homepage: keine Angabe   Email: H.Kliemann[AT]link-m.de

525. K Pfeiffer schrieb am 08.04.1999 - 03:12 Uhr
Warum kein Real-Audio-Sendungen? Ich wuerde LORA gern hoeren, wenn es moeglich ist.
Homepage: http://-   Email: -

526. Jens Portner schrieb am 07.04.1999 - 12:20 Uhr
Was ist los bei Euch? Kann man keine Antwort kriegen? Für alle Fälle meine eMail-Adresse anbei. Servus.
Homepage: keine Angabe   Email: jensportner[AT]gmx.de

527. Jens Portner schrieb am 16.03.1999 - 12:54 Uhr
Ich und meine türkischen Freunde empfinden es als sehr trautrig,

dass das türkische Programm nicht mehr gesendet wird. Warum das eigentlich so ist,

hat man nie erfahren. Es hat da wohl LORAintern viel Ärger gegeben.

Wie wäre es, wenn Ihr da hier malwas drüber sagt (ich meine auf Eueren Seiten).

Mehr jedenfall als mal in Thiels "Ausländer"-Texten zu lkesen war.

Danke, Jens.
Homepage: keine Angabe   Email: keine Angabe

528. Werner Wiedemann schrieb am 28.01.1999 - 20:54 Uhr
Trotz aller nicht immer nur positiver Erfahrungen mit LORA als Redakteur vor einigen Jahren, ist es doch schön zu sehen, dass es LORA immer noch gibt. Leider kann ich es bei uns am Land nicht empfangen, höre aber, wenn ich in München bin, ab und zu mal rein

Liebe Grüße an alle "Alten" und Neuen

werner
Homepage: keine Angabe   Email: Sabine_Werner[AT]t-online.de

529. Thilo Ruf schrieb am 11.01.1999 - 08:22 Uhr
Danke Dir, Hagen, für das schöne Gästebuch. Ich hoffe,

viele Hörer finden den Weg dorthin.



Übrigens: M 94,5 erlaubt die interaktive Bewertung von Moderatoren

durch Hörer im Internet. Das wäre doch auch etwas für LORA!
Homepage: keine Angabe   Email: thilo.ruf[AT]mchp.siemens.de

530. Hagen Kliemann schrieb am 06.01.1999 - 20:31 Uhr
Endlich!

Das Lora-Gästebuch ist eröffnet.
Homepage: keine Angabe   Email: keine Angabe

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